Epilog für eine Katze III

Noch einmal Leben jagen mit Sprüngen, die nie ganz
domestiziert, jeder Muskel vollendete Autonomie und Lust
und Spiel, mein Daimon, du Jägerin, in den Ohrenspitzen noch
den Gesang der Vögel im Morgengrauen. Wach bleiben, wach
beim Krächzen der Krähen, wach gegen den untergehenden
Dunkelmond, und du weißt, was folgt. Noch einmal verweilen
an jedem Ort, noch einmal die Chronik deines Lebens, inniger
Abschied, Berührungen, Stimmen und Bilder. Wie klingt
der Sternenstaub? Wach bleiben gegen die Durchgehbarkeit,
die Nadel im Bauch, wach gegen die aufsteigende Lähmung.
Leben saugen. Leben saugen. Die Ohren steif bis ins letzte
Haar. Aufstehen gegen den letzten Käfig, der dir den Atem
nimmt, deinen Herzschlag, nach Luft schnappen zuletzt.
Aufstehen. Die Krähen.

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