Bar Rendez-Vous, Massari, Rhodos, Griechenland, 13.05.2016

Orangenbäume sind hier andere Spielarten des Berufsverkehrs als negatives Branding, hier wohnt man nahe der Fleischtöpfe noch im Einraumhaus wird zwischenbilanziert: gut erholt vom Frühwerk sitzen wir träge seit Lessing zwischen den Dorfältesten und den fitnessgecenterten Jungstars wächst etwas Gras.

Auf Zähnen und Zungen schreiben sie hier andere Zeichen und Wunder als in Sirtakitown und der mit der Zeitung at the gates of dawn weiß, wie rum die Supermärkte flugs nachwachsen.

Eine gesunde Entwicklung wäre es, beim Wort „Mittelmeer“ Salz auf alle Wunden zu spüren, wenn die Fluchtbewegungen nur Kurztrips erlauben und die Einheimischen ihr Land an die Granden der EU verlächeln qua Scherbengericht sind wir alle Fremdkörper im eigenen Fleisch.

Die Grenzen der EU verlaufen quer durch Schlepperland, die Spatzen pfeifen es aus allen Ländern: Inflation, Staatsverschuldung und andere weltweite Heuschrecken, die schwarze Flecken ansetzen, verteilen sich ungleichmäßig zu einem Rendezvous im Plastiksackerl, nur Gurken und Zwiebeln werden genormt und gewormt aus allen EU-Löchern morpht uns ein implizit morsches System Sonne in den Backofen.

Ich nütze die Zeit in der Seifenblase, um ein wenig pinker die Gläser der Brille und herzförmig alles verkauft für den Weg zu mehr Popularität.

Wer jetzt keinen Sonnenschirm hat, kehrt heim ins pauschale Perpendikel und trottet weiter in seinem Befindlichkeitsgeschwurbel unter der vergessenen Mütze.

Wer jetzt keinen Kaffee mehr hat, zahlt die Zeche in seinem endlichen Geschichtsbewusstsein, wo er hochnaiv und zahnlos sich ziert.

An genau dieser Kreuzung tappen wir in die Diskursfalle, fangen uns dabei ein Haifischmaul und globalen Denkschnupfen ein: Let it bleed!

(2fell)

 

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