Flor

Die Vision einer noch nicht so ganz toten Geisterstadt / wo ich als Arbeitsloser vielleicht

auf immer zur Ruhe finden könnte / wie in einem dieser Feel-Good-Movies aus Detroit

oder Frankfurt/Oder würde mir ja schon / genügen nach all den Zeiten als Astronauten-

makler / denn ich habe seitdem so unendlich zu tun gehabt mit dem Spaten in der Hand

& nur mit Mühe habe ich euch ja eure grauen Blumenberge durchstochen / Ich grub da

so viele todkranke nasse malade Mülltypen aus / Fuck-Ach, wie die da weinten / so an-

gestrengt in meinem Händen // Es war alles in einem / dieser irren Austauschjahre / & ich

beabsichtigte ja beinahe alles / im Mariannengraben zu ertränken / in der Nähe des Flaschengolds im

Papierkorb / hab ich sie im Stich lassen müssen // Es blieb mir nichts / anderes übrig als

die damals kränkelnde Zeit wo ich im letzten stillen sommernden Marienforst jene Birke

mit der Sektionsnummer neun vergaß die an der dritten Mittagsszene wuchs / gerade wo

ich dabei war / an ein paar kümmerlichen Felsen des Frühlings // ihn so weit wie es geht

zurück zu treiben meinen alten dicken Wal / ihn wegzudenken in seine egozentrische See.

(Dominik Dombrowski)

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