Ohne Gewicht

 

Der Wind stand auf in den Falten

der Nacht, im Gallenraum,

und suchte Allmählichkeit,

verneigte und breitete sich

aus im Skalp der Poetin.

 

Sie hing wie an Hagelschnüren,

ging über und in sein Lodern,

in Sprengbrunnen aller Art,

in rote Streuung und sah:

Wasser kann man nicht löschen.

 

Furcht und Aberwunsch

als Wogen zu nehmen auf

einem Ozean,

ihnen gewogen zu sein,

 

so kehrte der Wind sie um,

ins helle ferne Erinnern,

 

wie es ginge, auch ohne

Kosmonautenanzug

in der Leere zu sein

 

(aus: Karin Fellner: „Ohne Kosmonautenanzug“, ganz frisch erschienen! in der parasitenpresse, Köln 2015)

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