Den Mond zu füttern

Kalligraphischer Schnee, so sind wir
immer geradeaus gelaufen, und ich taste mich
durch deine Straßenführung, als wäre sie

ein Epilog. Der zweitkürzeste Tag ist lang.
Dann die Mondfütterung, Möwen schreien
wie ein gefrorenes Saxophon, wie bist du

ein bisschen Licht, wie Lichtlein. Als liege
die ganze Welt auf dem Rücken, weit,
weiß, das Licht hingerotzt, und gezittert

hast du, den Mond zu deuten. Matrixfehler.
Mein krummes Ich. Die Namengebung
irgendwo hinterm Brustbein, wo es gekräust,

und wir sind immer geradeaus, U-Bahnen
rüttelten, als ob sie uns begleiteten. So der
Schnee. Winzigste Flecken.

(aus: Die Fremde ist ein Ort, Lyrikedition 2000)

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