einmal noch vögel

EINMAL NOCH Vögel

von Zugvögeln träumen

von Wolkengeschwindigkeit

Davon, zielstrebig flüchtig zu werden

Beweis sein eines einzigartigen federleichten

Verschwindens

 

Kontur geben

dem blinzelnden Moment

All jenen, die ohne jede Erwartung

aufzublicken gewohnt sind

die Himmelsstarre lösen & Herzschläge später

die Starre wieder fixieren: wir zogen fort

 

Viele sein. Flügel & Leiber, Wind

in den Windschatten gleiten, ganz beiläufig

auf Autopilot schalten

wenn weit unten

ein Hund heult, Gänse sich scharren

um altes Gebein, Steine einstürzen all dies

 

Was nicht aufhören will zu haften

hinter sich lassen, die Brutgebiete

Schwerkraft der Herkunft

und die dazugehörige zähe Wiederkehr

trüber Aussichten, Verhaltenslehren der

Kälte

 

Fort,

Lichtjäger sein, Formationsprofis

fliegen, in Höhen-

in Sturzflügen, fortwährend fliegend krallen sich paaren Nahrung

erhaschen im Flug und weiter, weiterfliegen im Zwielicht, im Schlaf

im Schlaf, dort: dieser eine

 

Der da wohnt am Ende der Welt

der Vogel, der alles verschönt

Er, wispert der Traum

tut sein Leben lang nichts anderes: Nester

baut er. Üppig, umhegend wie Liebeslauben

Bodennester, die hundertfach ihn überragen

aus Blättern, Zweigen, die er färbt im Mundsaft der Beeren

aus Federn, Steinen, den Kleinheiten

den Verworfenen, die ihm, auffindend, Glanz sind

Er, flüstert der Schlaf, erklärt mich als nicht vorhanden

seine Schöpfung verzehrt ihn, lässt, maßlos ihn den Himmel

nicht kennen, der

hoch oben

sich räkelt, verhüllt, und

manchmal

rötet: bin

 

bin

bin!

 

Dann beginnt er zu warten

auf die eine, die mögliche Braut

zu pfeifen, zu tanzen, flattern, zu zeigen

all dies, so flüstert’s

schlafwärts den Jägern, dem Wind

meistens vergeblich  

 

 

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