Den Mond zu füttern

Kalligraphischer Schnee, so sind wir
geradeaus gelaufen, und ich taste mich

durch deine Straßenführung, als wäre sie
ein Epilog. Der zweitkürzeste Tag ist lang.

Dann die Mondfütterung, Möwen schreien
wie ein gefrorenes Saxophon wie bist du

ein bisschen Licht, wie Lichtlein. Als liege
die ganze Welt auf dem Rücken, weit

weiß, das Licht hingerotzt und gezittert
hab ich, den Mond zu deuten. Matrixfehler.

Mein krummes Ich. Die Namengebung
irgendwo hinterm Brustbein, wo es gekräust

und wir sind immer geradeaus, U-Bahnen
rüttelten, als ob sie uns begleiteten.

So der Schnee. Winzigste Flecken.

 

(Sabina Lorenz)

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