Aber wahr ist auch

Aber wahr ist auch, dass es über den Bergen
leichter wird. Die Körnung der Wolken. Alles
unter den Hängen. Sieben Winde, die ziehen.

In meiner Form des Abendlichts spielen
Rottöne eine unbedeutende Rolle. Ich lese
in den Hochglanzspalten des Eises kein

Sterbenswort. Von der Hand in den Mond
leben heißt, seltsam zu sein, Staubkörner
sammeln für später. Der Weg, der hier oben

endlos ist, hat weder Höhen noch Tiefen.
Ich fahre über den Kraterrand. Daumenhoch
liegt Schnee neben dem Meer. Die Luft

über allem ist dünnhäutig. Blaustichig. Taub.
Wie die Westentasche meines Federkleids
kenne ich die Fluglinien der Sternschnuppen.

Unter den Siebenmeilenstiefeln meiner Erd-
uniform liegen Kalksteinplatten. Dem Morgengrau
hinterlasse ich meinen Breitengrad und die Zeit.

(Markus Breidenich)

Advertisements